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Für Touris und Einheimische: Deutschlands drittgrößte Stadt hat wieder einen echten Comic-Shop. Was kann der kleine Laden?

Wenn man in der drittgrößten Stadt der Republik einen Comic-Shop aufmacht, ist das dann auch der drittwichtigste Comic-Shop des Landes? Irgendwie schon, vor allem wenn diese Stadt namens München vorher gar keinen (!) Comic-Shop mehr hatte. Aber viel wichtiger ist selbstverständlich: Was kann das junge Geschäft? Kurz und schmerzlos: Münchens „Splendid Comics“ am Marienplatz ist richtig gut.
Und woran merkt man das?

Daran, dass man innerhalb von 15 Sekunden etwas Attraktives entdeckt, das man so nicht auf dem Schirm hatte. Nostalgiker finden natürlich ihren Asterix und Lucky Luke, aber frontal präsentiert werden „Pauli und Mausi“, die „B-Seiten“ von „Fix und Foxi“: eine clevere Wahl. Touristen werden mit „Trachtman“ bewirtschaftet. Konservative fühlen sich mit den „Hab-ich-auch“-Klassikern („Watchmen“ o.Ä.) bestätigt, und Comicverführer, die ja einige Verlagsprogramme kennen, finden Interessantes, das sie übersehen haben. Dabei ist das bei der kleinen Ladengröße doppelt knifflig.
Doppelt knifflig, dreifach schwer
Denn Comic-Handel-Novize Michael Khambekar kann nicht einfach alles ordern, er muss sich beschränken. Und er hat es beim Nachweis der Comic-Expertise sogar dreifach schwer, weil ihm der Hotspot Marienplatz den heiklen Schwerpunkt „Bayern-Tourismus“ reindrückt. Heikel, weil: Einerseits isses „keine Kunst“, aber man kann es gerade als Start-up unmöglich ignorieren. Khambekar jongliert das so geschickt aus, dass man auch und gerade als Einheimischer gern reinkommt. Genau so muss das aber auch sein, weil nach einem Jahr der stadt-geförderte Shop im Rathaus eine neue Location brauchen wird. Und die sollte dann ökonomischerweise bezahlbarer sein als die Durchschnittsmiete am Marienplatz.
