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Comicverfuehrer

Der Vorjahressieger als Bühnenhörspiel: Tobias Aeschbachers Splatterspaß „Der Letzte löscht das Licht“ gibt's jetzt für die Ohren

Herhören bei Luca Hass, Johannes Rebers, Ralph Jung (v.l.) - Foto: Schauspiel Erlangen
Herhören bei Luca Hass, Johannes Rebers, Ralph Jung (v.l.) - Foto: Schauspiel Erlangen

Hübsche Idee: Das Erlanger Theater in der Garage hat Tobias Aeschbachers „Der Letzte löscht das Licht“, den tiefschwarzhumorigen Max-und-Moritz-Preisträger 2024, zum Bühnenhörspiel verarbeitet. Drei Schauspieler lesen den Dialog, machen mit wunderlichen Mitteln recht echte Geräusche, das hat was. Die Premiere zeigt allerdings: Könnte noch besser sein.


Anrührender Doppelselbstmord

Foto: Schauspiel Erlangen
Foto: Schauspiel Erlangen

Liegt an der Mischform: Weil das Hörspiel die Sprecher optisch unterfordert, verführt es dazu, den Text noch zu toppen. Der ist aber schon gut, Aeschbacher ist kein Preschbacher, seine Dialoge werden besser, wenn man ihnen vertraut und sie ausreizt. Ab und zu mal bremst, statt in Windeseile durchzuheizen. Was sich auch in Erlangen zeigt: Als Luca Hass und Ralph Jung wie aus dem Nichts den Doppelselbstmord eines alternden Paares anrührend ausspielen. Und warum sag ich das jetzt, wo der Comic-Salon vorbei ist?

Weil man das Stück noch bis 8. Juli fünfmal sehen kann. Und weil Sie’s vielleicht haudraufiger mögen als ich – dann vergessen Sie mein Genörgel und rein mit Ihnen! Tobias Aeschbacher, Der Letzte löscht das Licht, Theater in der Garage, Theaterstraße 1, 91054 Erlangen


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Für Touris und Einheimische: Deutschlands drittgrößte Stadt hat wieder einen echten Comic-Shop. Was kann der kleine Laden?


Foto: Mimi von Minz
Foto: Mimi von Minz

Wenn man in der drittgrößten Stadt der Republik einen Comic-Shop aufmacht, ist das dann auch der drittwichtigste Comic-Shop des Landes? Irgendwie schon, vor allem wenn diese Stadt namens München vorher gar keinen (!) Comic-Shop mehr hatte. Aber viel wichtiger ist selbstverständlich: Was kann das junge Geschäft? Kurz und schmerzlos: Münchens „Splendid Comics“ am Marienplatz ist richtig gut. Und woran merkt man das?

Foto: Splendid Comics
Foto: Splendid Comics

Daran, dass man innerhalb von 15 Sekunden etwas Attraktives entdeckt, das man so nicht auf dem Schirm hatte. Nostalgiker finden natürlich ihren Asterix und Lucky Luke, aber frontal präsentiert werden „Pauli und Mausi“, die „B-Seiten“ von „Fix und Foxi“: eine clevere Wahl. Touristen werden mit „Trachtman“ bewirtschaftet. Konservative fühlen sich mit den „Hab-ich-auch“-Klassikern („Watchmen“ o.Ä.) bestätigt, und Comicverführer, die ja einige Verlagsprogramme kennen, finden Interessantes, das sie übersehen haben. Dabei ist das bei der kleinen Ladengröße doppelt knifflig.


Doppelt knifflig, dreifach schwer


Denn Comic-Handel-Novize Michael Khambekar kann nicht einfach alles ordern, er muss sich beschränken. Und er hat es beim Nachweis der Comic-Expertise sogar dreifach schwer, weil ihm der Hotspot Marienplatz den heiklen Schwerpunkt „Bayern-Tourismus“ reindrückt. Heikel, weil: Einerseits isses „keine Kunst“, aber man kann es gerade als Start-up unmöglich ignorieren. Khambekar jongliert das so geschickt aus, dass man auch und gerade als Einheimischer gern reinkommt. Genau so muss das aber auch sein, weil nach einem Jahr der stadt-geförderte Shop im Rathaus eine neue Location brauchen wird. Und die sollte dann ökonomischerweise bezahlbarer sein als die Durchschnittsmiete am Marienplatz.


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Comic-Salon in Erlangen: Für die Jury sind dies die 25 besten Veröffentlichungen der letzten zwei Jahre

Illustration: Posy Simmonds - Reprodukt
Illustration: Posy Simmonds - Reprodukt

Ein kleiner Service: Der Erlanger Comic-Salon (4.-7. Juni) hat seine 25 Titel für den Max-und-Moritz-Preis 2026 nominiert. Und jetzt Sie vielleicht so: „Oje, 25 neue Titel! Sooo viiiel Stoff! Wie soll man das alles aufarbeiten?“ Aber easy: Wenn Sie hier mitlesen, kennen Sie 17 Titel schon. Und wenn nicht: Einfach die verlinkte Liste durchklicken! Und - ja? Was mit dieser Posy Simmonds ist, die da für ihr Lebenswerk geehrt werden soll? Keine Bange, Posy kennen Sie auch schon.


Die Nominierten:

Ahmadjan und der Wiedehopf von Maren Amini. Carlsen

Bauchlandung von Wanda Dufner. Edition Moderne

Blutsauger von André Breinbauer. Carlsen

Das Lied der Arktis von Jean-Paul Krassinsky und Bérengère Cournut (Üs. Resel Rebiersch). Schreiber & Leser

Der süßeste Bruder der Welt ... und andere Irrtümer von Elin Lindell (Üs. Katharina Erben). Klett Kinderbuch

Der verkehrte Himmel von Mikael Ross. avant-verlag

Der Weltraumpostbote. von Guillaume Perreault (Üs. Ulrich Pröfrock). Rotopol

Der Zahn von Ayşe Klinge. Kibitz

Die Frau als Mensch von Ulli Lust. Reprodukt

Die große Verdrängung von Roberto Grossi (Üs. Myriam Alfano). avant-verlag

Fleischeslust von Martin Oesch. Edition Moderne

Hackenporsche von Melanie Lüdtke. Schwarzer Turm

In den trüben Gewässern Istanbuls von Özge Samancı (Üs. Silv Bannenberg). Helvetiq

Jakob Neyder von Franz Suess. avant-verlag

Kaputt von Alison Bechdel (Üs. Katharina Erben). Reprodukt

Meine Geschichten von Mutter und Tochter von Katharina Greve. avant-verlag

Peri Meno von Rinah Lang. Carlsen

Red von Josephine Mark. Kibitz

Saloon. Das ist Familiensache von Mia Oberländer. Edition Moderne

Schweigen von Birgit Weyhe. avant-verlag

Shrimpie und ich von Moni Port und Claudia Weikert. Kibitz

Sonntag von Olivier Schrauwen (Üs. Christoph Schuler). Edition Moderne / Colorama

The Strange House von Uketsu und Kyo Ayano (Üs. Claudia Peter). Panini Manga

Unruhe von Sarah Hübner. Jaja Verlag

Zwei weibliche Halbakte von Luz (Üs. Lilian Pithan). Reprodukt



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